Order-Typen: Market, Limit, Stop
Mit einer Order sagst du deinem Broker, wie du kaufen oder verkaufen willst: sofort (Market), nur zu einem bestimmten Preis oder besser (Limit) oder erst, wenn der Kurs eine Marke erreicht (Stop). Stop-Loss und Take-Profit sind solche Orders für den Ausstieg.
Auf dem Flohmarkt hast du drei Möglichkeiten: Du zahlst sofort den aufgerufenen Preis. Du sagst: „Mehr als 20 Euro zahle ich nicht.“ Oder du sagst: „Wenn noch jemand anderes Interesse zeigt, schlage ich zu.“ An der Börse heißen diese drei Wege Market, Limit und Stop.
Zwei Preise: Bid und Ask
Für jeden Markt gibt es zwei Preise. Zum Ask (Briefkurs) kannst du kaufen, zum Bid (Geldkurs) verkaufen. Der Ask liegt immer etwas höher. Die Differenz ist der Spread – deshalb startet jeder neue Trade leicht im Minus.
Market-Order: sofort
Eine Market-Order wird sofort zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Du bist sicher dabei, kennst den genauen Preis aber vorher nicht. Weicht der ausgeführte Preis vom angezeigten ab, heißt das Slippage. Das passiert vor allem in schnellen Märkten und bei wenig Handel.
Limit-Order: nur zu deinem Preis
Eine Limit-Order wird nur zu deinem Preis oder besser ausgeführt. Ein Buy Limit liegt unter dem aktuellen Kurs: Du willst günstiger kaufen. Ein Sell Limit liegt darüber: Du willst teurer verkaufen. Der Preis ist garantiert – die Ausführung nicht. Läuft der Kurs nie bis zu deinem Limit, bleibst du draußen.
Stop-Order: erst bei Bewegung
Eine Stop-Order wartet, bis der Kurs eine Marke erreicht, und wird dann zur Market-Order. Ein Buy Stop liegt über dem aktuellen Kurs, ein Sell Stop darunter. Weil sie danach wie eine Market-Order läuft, ist Slippage möglich.
Eine Stop-Limit-Order wird beim Erreichen der Stop-Marke dagegen zur Limit-Order. Der Preis ist dann begrenzt, aber springt der Kurs darüber hinweg, wird sie unter Umständen gar nicht ausgeführt.
| Ordertyp | Wird ausgeführt | Preis garantiert? | Ausführung garantiert? |
|---|---|---|---|
| Market | sofort | nein | ja, solange gehandelt wird |
| Limit | zum Limit oder besser | ja | nein |
| Stop | ab der Stop-Marke wie Market | nein | ja, sobald ausgelöst |
| Stop-Limit | ab der Stop-Marke als Limit | ja | nein |
Stop-Loss und Take-Profit
Der Stop-Loss ist eine Stop-Order für den Ausstieg: Bei einer Long-Position ein Sell Stop unter dem Einstieg, bei einer Short-Position ein Buy Stop darüber. Der Take-Profit ist eine Limit-Order am Ziel. Wohin der Stop gehört, entscheidet nicht dein Bauchgefühl, sondern die Marke, an der deine Analyse nicht mehr gilt. Das lernst du in Bereich 2.
Zwei praktische Ergänzungen
- OCO-Order (One Cancels the Other): zwei verknüpfte Orders, z. B. Stop-Loss und Take-Profit. Wird eine ausgeführt, fällt die andere automatisch weg.
- Trailing Stop: ein Stop, der dem Kurs in deine Richtung in festem Abstand folgt und nie zurückläuft.
Welche Ordertypen dir zur Verfügung stehen, hängt von deinem Broker und dem Markt ab.
Wenn der Markt springt
Öffnet ein Markt mit einer Kurslücke jenseits deines Stops, wird die Stop-Order zum nächsten verfügbaren Preis ausgeführt. Der kann deutlich schlechter sein als deine Marke. Ein Stop-Loss begrenzt den Verlust also nicht immer auf den Cent genau.
Was es nicht ist
- Ein Stop-Loss ist keine Garantie für einen bestimmten Ausstiegspreis.
- Eine Limit-Order ist keine Garantie, dass du überhaupt ausgeführt wirst.
- „Stop“ heißt nicht automatisch Verlustbegrenzung – ein Buy Stop kann auch ein Einstieg sein.
Auf einen Blick
- Market: sofort, Preis offen.
- Limit: Preis fest, Ausführung offen.
- Stop: wartet auf die Marke, dann wie Market.
- Stop-Loss und Take-Profit sind Stop- und Limit-Orders für den Ausstieg.
- Bei Kurslücken kann ein Stop schlechter ausgeführt werden.
Alle Inhalte dienen der Bildung und sind keine Anlageberatung. Trading und Investieren sind mit Verlustrisiken verbunden.
