Stop-Loss und Invalidierung
Der Stop gehört an die Marke, an der deine Analyse falsch ist – die Invalidierung. Erst bestimmst du diese Marke, dann berechnest du daraus die Positionsgröße.
Ein Navi merkt sofort, wenn du falsch abgebogen bist, und plant neu. Es wartet nicht, bis du drei Dörfer weiter bist. Die Invalidierung ist genau dieser Moment: Hier ist die Route, die du geplant hast, nicht mehr richtig.
Erst die Invalidierung, dann der Stop
Jede Analyse hat eine Marke, an der sie nicht mehr stimmt. Kaufst du nach einem Rücksetzer, weil du davon ausgehst, dass das letzte Tief hält, ist dieses Tief deine Invalidierung. Fällt der Kurs darunter, lag die Analyse falsch. Dort gehört der Stop hin – mit etwas Abstand.
Typische Invalidierungen
- Struktur: Long unter dem letzten Tief, Short über dem letzten Hoch.
- Seitwärtsphase: außerhalb der Range, auf der anderen Seite deines Einstiegs.
- Elliott-Wellen: an den Regeln der Zählung. Beispiel: Welle 2 läuft nie unter den Start von Welle 1. Kaufst du in Welle 2, ist der Start von Welle 1 deine Invalidierung (Bereich 6).
Etwas Abstand einplanen
Setze den Stop nicht genau auf das Tief, sondern ein Stück darunter. Der Spread und kurze Ausschläge mit langen Dochten können eine Marke kurz unterschreiten, ohne dass die Struktur bricht. Wie viel Abstand sinnvoll ist, hängt vom Markt und vom Timeframe ab.
Vier typische Fehler
- Zu eng: Der Stop sitzt im normalen Auf und Ab und wird ausgelöst, obwohl die Analyse noch stimmt.
- Fester Eurobetrag statt Struktur: „Ich riskiere 50 Euro, also liegt der Stop 50 Euro tiefer“ – egal, was der Chart sagt.
- Stop nach hinten verschieben: Läuft der Kurs auf den Stop zu, wird er weiter weggesetzt. Damit wird aus 1 R schnell 2 oder 3 R.
- Kein Stop oder nur „im Kopf“: Ohne Order im Markt entscheidest du im ungünstigsten Moment.
Wenn der Stop zu weit weg ist
Liegt die Invalidierung weit entfernt, wird die Position kleiner (Lektion 2.2). Gibt das Ziel dann nicht genug R her, ist das kein Grund, den Stop enger zu setzen. Dann ist es schlicht kein guter Trade.
Was es nicht ist
- Nicht die Marke, an der der Verlust gerade noch erträglich ist.
- Kein Zeichen von Schwäche, wenn der Stop greift: Er schützt das Konto vor einer falschen Analyse.
- Keine Garantie: Bei Kurslücken kann die Ausführung schlechter sein (Lektion 1.4).
Auf einen Blick
- Stop = Invalidierung plus etwas Abstand.
- Long unter dem Tief, Short über dem Hoch, Elliott an den Regeln.
- Den Stop nie nach hinten verschieben.
- Passt das R nicht, Trade auslassen statt Stop verengen.
Alle Inhalte dienen der Bildung und sind keine Anlageberatung. Trading und Investieren sind mit Verlustrisiken verbunden.
